Projekte

Projekt zur Digitalisierung des Nachlasses von Richard und Cosima Wagner (seit Ende 2017)

Wagner-Handschriften sichern und zugänglich machen

Wer Einsicht in die wertvollen Bestände des Nationalarchivs der Richard-Wagner-Stiftung nehmen möchte, muss sich bislang stets auf den Weg nach Bayreuth machen und einen begründeten Benutzungsantrag einreichen, um beispielsweise zu Forschungszwecken eigenhändig geschriebene Briefe oder Partituren Richard Wagners in Augenschein nehmen zu können. Dies soll sich nun mit einem auf drei Jahre angelegten Digitalisierungsprojekt ändern. Es dient sowohl der Langzeitsicherung des Bestands als auch der Möglichkeit des Zugriffs auf über 16.000 Dokumenten aus dem Nachlass Richard und Cosima Wagners über das Internet.

Im Richard-Wagner-Nationalarchiv Bayreuth befindet sich die weltweit größte Sammlung von Archivalien zu dem in Leipzig geborenen Komponisten, seiner zweiten Frau Cosima (1837-1930) und deren Nachkommen. Mit seinem umfangreichen Bestand an Autographen, Manuskripten, Briefen, Musikalien, Objekten, Fotos und Forschungsliteratur ist das Nationalarchiv die weltweit bedeutendste Forschungsstätte zu Richard Wagners Person, Leben, Werk und Wirkung.

Foto: Dokumentenscanner

Ansprechpersonen

Wer arbeitet am Digitalisierungsprojekt?

Ziel des Digitalisierungsprojektes ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie der interessierten Öffentlichkeit über die Website des Richard Wagner Museums Bayreuth Zugriff auf die Archivbestände zu ermöglichen. Die Dokumente des Archivs sollen dabei online nach unterschiedlichen Aspekten wie Urheber, Datierung oder Entstehungsort recherchiert und als hochaufgelöste Digitalisate auf dem Bildschirm angezeigt werden können. Das Ende 2017 begonnene Projekt wird maßgeblich ermöglicht durch die finanzielle Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Oberfrankenstiftung und bavarikon, der Online-Plattform des Freistaats Bayern zur Präsentation von  Kunst-, Kultur- und Wissensschätzen.

Bereits unmittelbar nach Abschluss des mehrjährigen Großprojekts zur Sanierung, Erweiterung und Neugestaltung des Richard Wagner Museums mit dessen Neueröffnung im Sommer 2015 begann die Suche nach Förderern des Digitalisierungsprojekts, geeigneter Soft- und Hardware, einem geeigneten Dienstleister, der die Digitalisierung mit einem speziellen, eigens für diesen Zweck beschafften Dokumentenscanner durchführt, und nach Personal zur Erfassung der erforderlichen Metadaten. Gleichzeitig wurde der Bestand gründlich gesichtet, vorbereitet, auf Restaurierungsbedarf und in säurefreie Archivmappen und Kartons umgelagert. Inzwischen sind nicht nur diese Vorarbeiten abgeschlossen, sondern auch die originalen handschriftlichen Briefe Cosima und vor allem Richard Wagners sowie seine Notizbüchern und die Reinschriften seiner Partituren – ein Herzstück der Archivbestände –digitalisiert. Derzeit werden die Metadaten der Digitalisate in der museumseigenen Datenbank erfasst und so die Grundlage für ihre Online-Präsentation geschaffen.

Logo der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Logo der Oberfrankenstiftung
Logo von Bavarikon
Foto: Wolfgang Wagner beugt sich stehend zu seinem Bruder Wieland, der am Schreibtisch sitzt

Erschließung der Zustiftung Wolfgang Wagner (geplant ab 2020)

Die Geschichte der Bayreuther Festspiele dokumentieren

Bereits 1987 hatte sich Festspielleiter Wolfgang Wagner verpflichtet, mit seinem Ausscheiden aus der Festspielleitung das Dokumentarmaterial zu den Produktionen der Bayreuther Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Archiv des Festspielhauses als „Zustiftung Wolfgang Wagner“ an die Richard-Wagner-Stiftung und deren Nationalarchiv im Haus Wahnfried zu übergeben.

Der Bestand enthält neben dem Presse- und Bildarchiv des Festspielhauses auch Akten, Korrespondenzen, Entwürfe, Modelle, Regieauszüge und andere Materialien zu den Produktionen der Bayreuther Festspiele von 1951 bis 1986. Dieser kultur- und theatergeschichtlich hoch bedeutsame Bestand führt das bislang bis 1945 reichende Archiv der Festspielverwaltung im Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung weiter. Nicht enthalten sind indessen die Privatnachlässe der Familie nach Winifred Wagner.

Erst mit der Sanierung, Erweiterung und Neugestaltung des Richard Wagner Museums und insbesondere durch den modernen Depotneubau wurden die räumlichen, logistischen, technischen und konservatorischen Voraussetzungen für die Übernahme der Zustiftung Wolfgang Wagner aus dem Festspielhaus geschaffen. Nach der Neueröffnung des Museums am 26. Juli 2015 wurde das rund 230 laufende Regalmeter umfassende Dokumentarmaterial im Mai 2016 in 640 Kisten verpackt und nach Wahnfried verbracht. Bis Dezember 2016 konnten die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des Archivs diese Bestände auspacken und lagern sowie eine erste Vorsortierung vornehmen. So stehen die Materialien den Benutzern des Nationalarchivs auf Antrag bereits heute zur Verfügung.

Die formale archivalische Erschließung, Katalogisierung und zuletzt Digitalisierung der Materialien ist im Anschluss an das Digitalisierungsprojekt der Handschriften aus dem Nachlass Richard und Cosima Wagners vorgesehen. Danach sollen auch die Bestände der Zustiftung Wolfgang Wagner über die Website des Richard Wagner Museums online recherchierbar sein.

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