Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth

Die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts, die den künstlerischen Nachlass von Richard Wagner pflegen und das Festspielhaus in Bayreuth dauerhaft für die Nachwelt erhalten soll. Sie wurde 1973 errichtet und ist seither Eigentümerin des Bayreuther Festspielhauses. Die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth betreibt das Richard Wagner Museum und das Nationalarchiv.

Geschäftsführerin

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe
Neues Rathaus
Luitpoldplatz 13
95444 Bayreuth

Foto: Richard Wagner am Tisch

Die Geschichte der Richard-Wagner-Stiftung mit Nationalarchiv

Erste Überlegungen zur Gründung einer Stiftung zur Finanzierung der Festspiele gehen bereits auf Richard Wagner selbst zurück. Der Gedanke einer Stiftung, mit jeweils variierenden Schwerpunkten, wurde in der Folgezeit mehrfach aufgegriffen, so 1914 von Siegfried Wagner. Gegenstand seiner geplanten, jedoch durch den Ersten Weltkrieg verhinderten „Richard-Wagner-Stiftung für das deutsche Volk” sollten Festspielhaus und Haus Wahnfried sein.

Nach dem Krieg nahm der Gedanke einer Stiftung zur Finanzierung des Wiederbeginns der Festspiele konkrete Formen an. 1921 wurde auf einer Versammlung von Vertretern des „Allgemeinen Richard-Wagner-Verbands”, des „Bayreuther Bundes”, des „Richard-Wagner-Verbands Deutscher Frauen“, der „Richard-Wagner-Gedächtnisstiftung” und weiterer Wagner-Vereine in Leipzig die Gründung der „Deutschen Festspiel-Stiftung Bayreuth” beschlossen. Bereits nach kurzer Zeit musste sich Siegfried Wagner jedoch gegen Einmischungsversuche der Leipziger Zentralleitung der Wagner-Vereine, die in Personalunion auch als Verwaltungsräte der „Deutschen Festspielstiftung” amtierten, zur Wehr zu setzen. Da die Stiftung 1924 aus Geldmangel praktisch handlungsunfähig geworden war, versank sie in den Folgejahren in der Bedeutungslosigkeit und wurde 1929 schließlich aufgelöst.

Foto: Ruine

Die Erneuerung

Das Richard Wagner Museum wurde nach mehr als 30 Jahren zu einer zeitgemäßen, attraktiven, publikumsträchtigen sowie seinem Gegenstand und Auftrag angemessenen Museums-Institution erneuert und erweitert. Über seinen Ausstellungsbetrieb hinaus bleibt es die weltweit zentrale wissenschaftliche Dokumentations- und Forschungseinrichtung am historisch-authentischen Ort. Im Fokus stehen die Auseinandersetzung mit Leben und Werk, besonders auch der ambivalenten Rezeptions-, Wirkungs- und Ideologiegeschichte Richard Wagners, welche mit modernen museumsdidaktischen Methoden vermittelt werden.

Ziel ist es, die Verbindung von öffentlichem Kulturinteresse und international vernetztem Wissenschaftsbetrieb zu stärken und die Teilhabe aller Interessierten an Kunst und Kultur zu ermöglichen. Damit wird das universale, zeitenübergreifende Kulturphänomen Wagner als so bedeutsame wie folgenreiche Erscheinung deutscher Geistes-, Musik- und Theatergeschichte mit bis heute internationaler Bedeutung und Wirkung – vor allem im Zusammenhang mit den Bayreuther Festspielen – durch vielfältiges, verstehendes wie emotionales Erleben vermittelt.

Zu diesem Zweck übereignete die Familie Wagner der Stiftung unentgeltlich das Festspielhaus samt Nebengebäuden und Liegenschaften. Zur Durchführung der Bayreuther Festspiele vermietet die Stiftung das Festspielhaus im Gegenzug an den Festspielunternehmer, vorzugsweise ein Mitglied der Familie Wagner. Dies war zunächst Wolfgang Wagner. Seit 2008 wurden die Festspiele von den Töchtern Wolfgang Wagners Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner geleitet. Nach dem Ausscheiden Eva Wagner-Pasquiers 2015 leitet Katharina Wagner die Bayreuther Festspiele in künstlerische Alleinverantwortung. Gemeinsam mit einem kaufmännischen Geschäftsführer (derzeit: Holger von Berg) fungiert sie als Geschäftsführerin der 1986 gegründeten Bayreuther Festspiele GmbH. Die Gesellschafter der Bayreuther Festspiele GmbH sind zu gleichen Teilen die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V., deren Vertreter den Verwaltungsrat bilden.

Foto: Cosima, Siegfried und Richard Wagner

Bereits mit dem Schenkungsvertrag aus dem Jahre 1973 ging Haus Wahnfried in das Eigentum der Stadt Bayreuth über, die auch das angebaute Siegfried Wagner-Haus für 600.000 DM erwarb. Das von der Familie Wagner für 12,4 Mio. DM an die Bundesrepublik Deutschland, die Oberfrankenstiftung und die Bayerische Landesstiftung verkaufte Richard-Wagner-Familienarchiv (Richard-Wagner-Archiv/Wahnfried-Archiv) wurde der Richard-Wagner-Stiftung ebenso als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wie Haus Wahnfried von der Stadt Bayreuth, um dort zum 100-jährigen Jubiläum der Bayreuther Festspiele das Richard-Wagner-Museum mit Nationalarchiv und Forschungsstätte zu errichten. Der Freistaat Bayern verpflichtete sich zur Zahlung laufender jährlicher Zuschüsse für die Erfüllung des Stiftungszwecks.

Internationaler Wissensort

Das Richard Wagner Museum ist nicht zuletzt durch sein Nationalarchiv mit Forschungsstätte zu einem Lern- und Wissensort von internationaler Bedeutung geworden. Es werden abwechslungsreiche pädagogische Angebote zur thematischen Wissensvermittlung für Schulgruppen, Studierende und Publikum aller Altersgruppen entwickelt. Wagners Werke werden in historischen und thematischen Kontext gestellt, der thematische Bogen wird bis in die Gegenwart gespannt. Das Museum versteht sich als ein internationales Forum für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem bedeutenden kulturhistorischen Erbe des Komponisten.

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