Frühere Ausstellungen

17. Mai bis 13. September 2020

Richard Wagner und Ludwig van Beethoven – Intervention in der Dauerausstellung

Aus Anlass des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens und des 150. Jahrestags der Veröffentlichung von Richard Wagners „Beethoven“-Schrift präsentiert das Richard Wagner Museum eine zeitweise Erweiterung seiner Dauerausstellung, die Wagners produktive Beethoven-Rezeption und deren Einflüsse auf das eigene Werk nachzeichnet und verdeutlicht.

Die Bewunderung für Ludwig van Beethoven ist ein konstantes Leitmotiv in Richard Wagners Leben. Die Auseinandersetzung mit Beethovens Werk ist für Wagners kompositorisches Schaffen und die Idee des musikalischen Dramas von fundamentaler Bedeutung.

Plakatmotiv Intervention „Richard Wagner. Ludwig van Beethoven.“, 17. März bis Juni 2020
19. Juli 2019 bis 6. Januar 2020

Der Prinzipal. Wolfgang Wagner und die „Werkstatt Bayreuth“

Am 30. August 2019 wäre Wolfgang Wagner (1919–2010) 100 Jahre alt geworden. Der jüngste Enkel Richard Wagners leitete die Bayreuther Festspiele über nahezu 60 Jahre und prägte sie während dieser schier unvorstellbar langen Ära wie kein anderer. Seine Persönlichkeit und seine überragende Lebensleistung als Intendant, Bühnenbildner und Regisseur will das Richard Wagner Museum aus Anlass seines 100. Geburtstages in einer großen Jubiläumsausstellung darstellen und würdigen.

Gleichzeitig ist die Ausstellung ein Panorama deutscher Geschichte sowie gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen bis weit nach der deutschen Einheit, deren Spiegel, bisweilen gar Kristallisationspunkt, die Festspiele und ihr Umgang mit Werk und Person Richard Wagners immer waren.

Foto: Wolfgang Wagner an einer Wand lehnend, um 1975 (Ausschnitt)
4. April bis 26. Mai 2019

Siegfried Wagner. Eine Spurensuche

Aus Anlass des 150. Geburtstags Siegfried Wagners begibt sich das Museum auf eine Spurensuche nach dem Sohn, Künstler, Festspielleiter und Menschen Siegfried Wagner.

Siegfried Wagner (1869–1930) war vor allem von seiner Mutter Cosima als „Thronfolger“ und Bewahrer des väterlichen Erbes ausersehen. Trotzdem wäre es unangemessen und falsch, ihn nur als „Sohn von Berufs wegen“ zu bezeichnen.

Mit Übernahme der Festspielleitung 1908 beginnt er mit den ersten zaghaften modernen Veränderungen der Inszenierungen. Vor allem das Licht wird unter Siegfried Wagner zum Gestaltungsmittel. 1924 gelingt ihm die Wiedereröffnung der Festspiele, die mit Beginn des Ersten Weltkrieges unterbrochen worden waren. Spätestens mit seiner Neuinszenierung des „Tannhäuser“ 1930 zeigt Siegfried Wagner, dass er sich als Regisseur einem zeitgenössischen Inszenierungsstil nicht verschließt. Vom rauschenden Erfolg seiner Inszenierung erfährt er im Krankenhaus, nachdem er bereits vor der Festspieleröffnung einen Herzinfarkt erlitten hatte. Am 4. August 1930 stirbt Siegfried Wagner.

Foto: Siegfried Wagner, stehend im Garten, beschirmt sich die Augen mit der Hand, 1927 (Ausschnitt)
18. Juli bis 4. November 2018

Theatrum Mundi. Barockes Welttheater, Bühnenfestspiel, Spektakel

„Die ganze Welt ist eine Bühne.“ – Dieser zum geflügelten Wort gewordene Satz William Shakespeares besitzt im Zeitalter des Barock besondere Gültigkeit: Die Idee, das irdische Leben sei purer Schein und eine göttliche Inszenierung, in der jeder Mensch die ihm zugewiesene Rolle zu spielen habe, ist Fundament der europäischen Weltsicht im 17. und 18. Jahrhundert. In höfischen Festen und dem sich verbreitenden multimedialen Gesamtkunstwerk der Oper inszenieren und spiegeln die damaligen Herrscher diese Welt als vorgebliche Vertreter Gottes zu dessen Lob und zum eigenen Machterhalt.

Unter völlig anderen Vorzeichen verwirklicht sich im bürgerlichen Zeitalter des 19. Jahrhunderts die Idee des „Theatrum Mundi“ (Welttheater) wohl nirgends nachdrücklicher als in Richard Wagners Gesamtkunstwerk der Bayreuther Festspiele. Vor allem im „Ring des Nibelungen“ spiegelt sich eine überkommene Ordnung aus Aristokratie, korrupter Finanzwelt und dekadenter Politik, die zu überwinden Wagners Ziel ist, um sie durch eine „ästhetische Weltordnung“ zu ersetzen. …

Plakatmotiv der Sonderausstellung „Theatrum Mundi“ 2018
30. März bis 27. Mai 2018

„Ich lasse mich nicht zermahlen!!!“ – Friedelind Wagner und Bayreuth

Eine Intervention im Siegfried Wagner-Haus

Friedelind Wagner (1918–1991), die älteste Tochter von Richard Wagners Sohn Siegfried und dessen Frau Winifred, war eine der prominentesten Vertreterinnen der Opposition gegen die Festspiele als „Hitlers Hoftheater“ und die begeisterte Schützenhilfe aus Wahnfried. Sie hat bewiesen, dass man als „Wagner“ durchaus kein Nationalsozialist sein musste. Am 29. März 2018 wäre sie 100 Jahre alt geworden.

„Ich lasse mich nicht zermahlen!!!“ schrieb Friedelind Wagner am 6. November 1939 in einem Brief an ihre Tante Daniela Thode. Friedelind Wagner steht mithin für einen bedeutsamen Kontrapunkt gegen den Geist, der sich exemplarisch im Siegfried Wagner-Haus manifestierte. Von Jugend an gab sie das „schwarze Schaf“ in der Familie und ging nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 im Alter von erst 21 Jahren ins entbehrungsreiche amerikanische Exil. …

Foto: Friedelind Wagner, Brustbild nach links, mit Hut
5. März bis 27. Mai 2018

Das verdächtige Saxophon. „Entartete Musik im NS-Staat

Eine kommentierte Rekonstruktion der Düsseldorfer Ausstellung von 1938

Nach den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen von 1933 und der Vertreibung und Inhaftierung regimekritischer Künstler folgte 1937 die Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“. Auch in der Musik wurden vor allem die ästhetischen und stilistischen Tendenzen der Moderne als „Degeneration“ und „Zersetzung“ gebrandmarkt. So wurde im Mai 1938 bei den „Reichsmusiktagen“ in Düsseldorf eine Ausstellung „Entartete Musik“ gezeigt. …

Karikatur: Das Titelmotiv der die Ausstellung 1938 begleitenden Broschüre von Hans Severus Ziegler.
Das Titelmotiv der die Ausstellung 1938 begleitenden Broschüre von Hans Severus Ziegler
14. Juli bis 29. November 2017

»Es gibt nichts ‚Ewiges‘.«

Wieland Wagner – Tradition und Revolution. Eine Jubiläumsausstellung zum 100. Geburtstag

Wieland Wagner (1917–1966) war einer der größten Reformer der Opernbühne im 20. Jahrhundert. Aufgewachsen in der „machtgeschützten Innerlichkeit“ Wahnfrieds, dem mythisierten Wohnhaus seines Großvaters Richard Wagner in Bayreuth, im Umfeld deutschnationaler, antisemitischer Wagner-Ideologie und der Künstler-Bohème des Festspielbetriebs gleichermaßen, wurde der Erstgeborene von Wagners Sohn Siegfried und dessen Frau Winifred Wagner zum Günstling Adolf Hitlers.

Nach den ersten bühnenbildnerischen Gehversuchen bei den Bayreuther Festspielen zwischen 1937 und 1945 bedeutete das Ende des Zweiten Weltkriegs und des Dritten Reichs mit der Einsicht in die Verbrechen des Regimes, mit dem seine Familie und vor allem seine Mutter so eng verbunden waren, einen so tiefen wie verstörenden Einschnitt in die scheinbar „heile Welt“ des designierten Bayreuther Kronprinzen. …

Foto: Wieland Wagner vor einer Marmorbüste Richard Wagners
17. Juli bis 20. November 2016

WAGNERBILDER. MONIKA RITTERSHAUS.

Fotografien 1992–2016

Bereits in der Sonderausstellung „Germanenkult – Wagner-Illustrationen von Ferdinand Leeke“ (15.03.-29.05.2016) widmet sich das Richard Wagner Museum einem Kapitel der Wagner-Ikonographie und ihrer Rezeption. Hieran anknüpfend präsentiert die Sommerausstellung 2016 mit den Theaterfotografien von Monika Rittershaus die vielfältige Wagner-Rezeption der vergangenen 20 Jahre und illustriert damit auch die Auseinandersetzung mit einem Wagner-Bild, das nicht zuletzt durch die Werke Leekes zu Beginn des letzten Jahrhunderts geprägt wurde.

Die Theaterfotografie ist eine besondere Disziplin der Fotokunst. Das Theater entzieht sich als performative, dynamische Kunstform dem fixierten Moment der in der Fotografie erstarrten und gleichsam geronnenen Zeit. Es kommt daher darauf an, nicht nur die künstlerische Intention einer Opernproduktion und ihrer Urheber im festgehaltenen Augenblick zu erfassen, sondern auch ihren spezifischen inneren und äußeren Rhythmus. Eine gelungene Theaterfotografie ist mithin nicht nur Dokumentation, sondern stets auch Interpretation und Darstellung von Theaterästhetik. …

Plakatmotiv der Sonderausstellung „Wagnerbilder. Monika Rittershaus. Fotografien 1992–2016”, 2016 – Foto: Monika Rittershaus, „Götterdämmerung” 2010
Plakatmotiv der Sonderausstellung „Wagnerbilder. Monika Rittershaus. Fotografien 1992–2016”, 2016 – Foto: Monika Rittershaus, „Götterdämmerung” 2010
25. März bis 29. Mai 2016

Germanenkult – Wagner-Illustrationen von Ferdinand Leeke

Friedrich Nietzsche war schockiert über das, was er 1876 bei den ersten Bayreuther Festspielen erlebte: „Man hatte Wagner ins Deutsche übersetzt! […] Die deutsche Kunst! Der deutsche Meister! das deutsche Bier!“

Cosima Wagner, ihr künftiger Schwiegersohn Houston Stewart Chamberlain und der sie umgebende „Bayreuther Kreis“ hatten das Erbe und das Bild Richard Wagners fest im Antimodernismus des Deutschen Kaiserreichs verankert. Sie stellten es nicht nur uneingeschränkt in den Dienst des aufkommenden völkischen Nationalismus – sondern an dessen Spitze.

Ungeheure Verbreitung und damit Verfestigung erfuhr das Bild eines “germanischen” Wagner in den Gouachen des Malers Ferdinand August Leeke (1859 – 1937), die Siegfried Wagner Ende des 19. Jahrhunderts im Andenken an seinen Vater beim Künstler in Auftrag gab. Sie dienten als Druckvorlagen für aufwendige Mappenwerke und unzählige Postkarten. …

Ölgemälde: „Wotans Abschied” von Ferdinand Leeke, 1932
27. Juli 2015 bis 31. Januar 2016

„Wahnfried“ oder „Aergersheim“

Die Geschichte Wahnfrieds

Richard Wagner war zeitlebens in halb Europa unterwegs und war fast 60 Jahre alt, als er 1872 in Bayreuth seine eigene Künstlervilla plante und – mit Geldern von König Ludwig II. und Cosima – das von ihm so benannte Haus „Wahnfried“ baute. Wegen der vielen Bauverzögerungen sprach Wagner zwischenzeitlich auch von seinem „Aergersheim“. Die Ausstellung zur Geschichte von „Wahnfried“, die das Schweizer Büro ARTES unter Leitung von Dr. Verena Naegele konzipiert, zeigt die Entstehungsgeschichte und den Wandel dieser einzigartigen Komponisten-Villa vom Wohnhaus mit Anbauten bis hin zum Museum.

1893 errichtete Wagners Sohn Siegfried auf demselben Grundstück das Siegfried-Wagner-Haus, das seine Gattin Winifred ab 1932 mehrfach erweiterte. Auch Adolf Hitler hat u. a. hier als Gast gewohnt. Nach der Zerstörung Wahnfrieds durch eine Bombe 1945 wurde das Haus nach Plänen von Hans Reissinger 1949 wieder bewohnbar gemacht und diente bis zum Tod des Wagner-Enkels Wieland 1966 als Wohnhaus für dessen Familie. Nach der äußerlich originalgetreuen Rekonstruktion wird es seit 1976 als Museum betrieben. …

Foto: Haus Wahnfried, Gartenseite, um 1930
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