Internationaler Museumtag am 17. Mai 2026 – Vortrag und Sonderführungen im Richard Wagner Museum

Am 17. Mai 2026 findet der „Internationale Museumstag“ statt! Unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ machen Museen weltweit auf ihre Rolle als einzigartige Lernorte aufmerksam und eröffnen Raum für Austausch und Verständigung. Das Richard Wagner Museum, Franz-Liszt-Museum und Jean-Paul-Museum laden an diesem Tag – wie auch in den Vorjahren – zu einem Museumsbesuch bei freiem Eintritt ein!

Im Richard Wagner Museum haben Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, das Museum aus besonderen Perspektiven kennenzulernen und sich zudem mit einem hochaktuellen Thema auseinanderzusetzen. Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich hält im Saal von Haus Wahnfried einen Vortrag zum Thema Judenhass gestern und heute – Richard Wagners ‚Erlösungsantisemitismus‘. Außerdem werden die Architekturführung „Vom Wohnhaus zum Museum – ein baugeschichtlicher Rundgang“ sowie Führungen durch das Museumsdepot angeboten.

Beitragsbild zum 46. Internationalen Museumstag 2023: Das Bild zeigt das offizielle Motiv zum Museumstag mit unterschiedlichen Menschen, illustriert aus bunten Formen auf beigefarbenem Hintergrund. Darauf steht neben dem Logo in Hellblau das Mott Museum für alle.
Foto eines Bilderzugs mit verschiedenen Ölgemälden im Depot des Museums

Depotführung

Bei dieser exklusiven Führung entdecken Sie ausgewählte Schätze des Museumsdepots. Sie erhalten ungewöhnliche Einblicke in unsere Sammlung von Bühnenbildmodellen sowie von Portraits Richard Wagners und Illustrationen seiner Werke.

Da das Depot mit einer Sauerstoffreduktionsanlage ausgestattet ist, kann Menschen mit chronischen Atemproblemen die Führung leider nicht empfohlen werden.

  • Termine: 10:30 – 11:30 Uhr | 12:00 – 13:00 Uhr
  • Treffpunkt: Kasse, Museumsneubau
  • Teilnehmer: mind. 5 Personen, max. 10 Personen
  • Teilnahme: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um Voranmeldung bis zum 14. Mai 2026 unter kasse@wagnermuseum.de oder Tel.: 0921/ 75728-16
  • Fragen vorab können gerne an paul-theodor.waltermann@stadt.bayreuth.de gerichtet werden
Ausschnit der verglasten Fensterfront und verschiedenen Perspektiven im Museumsneubau des Richard wagner Museums

Architekturführung: Vom Wohnhaus zum Museum – ein baugeschichtlicher Rundgang

Das Richard Wagner Museum Bayreuth beleuchtet nicht nur Leben, Werk und Wirken des berühmten Komponisten, sondern vereint auch drei Bauwerke aus drei Jahrhunderten an einem Ort. Die Themenführung zum Internationalen Museumstag am 17.05.2026 begibt sich auf die Spuren dieser vielschichtigen Architekturgeschichte. Der Rundgang mit Kunsthistorikerin und Museumspädagogin Nora Wolf schlägt die Brücke von der Neorenaissance des Hauses Wahnfried über die sachliche Moderne des Siegfried-Wagner-Hauses bis hin zur Gegenwart. Sie erfahren Wissenswertes über die historische Bausubstanz, die Anpassungen und Veränderungen im Laufe der Zeit und schließlich über das gestalterische Konzept des preisgekrönten Neubaus.

  • Termin: 14:00 – 15:00 Uhr
  • Teilnehmerzahl: mindestens 5 Personen, max. 20 Personen
  • Treffpunkt: Museumskasse
  • Teilnahme: mit Voranmeldung unter kasse@wagnermuseum.de, Tel.: 0921/ 75728-16 oder spontan
  • Keine Altersbegrenzung, die Führung ist jedoch nicht explizit für Kinder konzipiert
Dr. Sven Friedrich, Museums- und Archivdirektor des Richard Wagner Museums Bayreuth

Vortrag: Judenhass gestern und heute – Richard Wagners „Erlösungsantisemitismus“

Vor dem Hintergrund eines wiedererstarkenden Antisemitismus beleuchtet Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich aus Anlass des Internationalen Museumstags am 17. Mai mit einem Vortrag im Haus Wahnfried Richard Wagners Judenhass.

150 Jahre Bayreuther Festspiele und 50 Jahre Richard-Wagner-Museum sind zweifelsohne ein Grund zum Feiern. Dabei dürfen jedoch die Schattenseiten nicht vergessen werden, zu denen maßgeblich auch Wagners notorischer Antisemitismus gehört.

Insbesondere angesichts zunehmender historischer Erblindung und Gleichgültigkeit als Nährboden des gegenwärtig wieder vermehrt wahrnehmbaren Judenhasses erscheint es notwendig, die historischen Wurzeln und Eigenarten jenes irrationalen Wahns gerade an einem seiner prominenten Repräsentationsorte in den Blick zu nehmen.

Ausgehend von einer aktuellen Situationsbeschreibung und den historischen Hintergründen wird Wagners spezifischer „Erlösungsantisemitismus“ als Ausdruck eines zunehmenden antisemitischen Grundrauschens im 19. Jahrhundert erläutert. Dabei werden Wagners Kampfschrift über „Das Judenthum in der Musik“ ebenso behandelt wie die Frage nach antisemitischen Spuren in seinem Werk und die wirkungsgeschichtlich hoch prekäre Amalgamierung der antijüdischen Ressentiments mit seiner Kulturtheorie und Ästhetik des „Gesamtkunstwerks“.

  • Termin: 17 Uhr
  • Ort: Saal, Haus Wahnfried
  • Keine Voranmeldung nötig
  • Der Eintritt ist frei

Über den Internationalen Museumstag

Mit dem Internationalen Museumstag machen Museen weltweit auf ihre gesellschaftliche Rolle aufmerksam. Als ein wichtiges Mittel für den kulturellen Austausch übernehmen sie nicht nur Verantwortung für unser Kulturgut, sondern fördern weltweit Verständigung, Toleranz und Vielfalt. Mit ihren innovativen Bildungsprogrammen und vielfältigen Sammlungen sind sie einzigartige Lernorte, die den Raum für gesellschaftliche Diskurse bieten und Zukunftsperspektiven eröffnen.