„50/150 – Utopie und Echo“ Positionen: Georg Nussbaumer „HUNDHAUS | WAHNHALL | SCHAUMFRIED“

Über die Ausstellung

Ausgehend von Richard Wagners musikalischen Motiven, Elementen aus Bühnenvorgängen und Biografischem  inszeniert Georg Nussbaumer den Park vor Haus Wahnfried als Sedimentfalle für Wagners  Wesen, Werk und Wirkung. Mit Wagner geht er dabei um wie dieser mit seinen Vorlagen: Werk und Leben werden zum Materialbruch, zur Ressource. Seine Hundeliebe, die Leitmotive und der Rausch sind Eckpunkte  ines Triptychons, das sich zwar an Wagner entzündet, jedoch Assoziationsfelder öffnet, die weniger  nterpretieren als vielmehr fortschreiben, abdriften. Der Park wird damit zur begehbaren Bühne, die  Besucherinnen und Besucher zu Statisten in einem rätselhaften Setting, in dem sich individuelle räumliche und  akustische Perspektiven öffnen und immer neu und anders zusammensetzen.

Bei HUNDHAUS dringt scheinbar erratisches Bellen und Kläffen von Hunden aller Größen und Gemütszustände aus 14 Hundehütten (Anzahl der namentlich bekannten Hunde der Familie Wagner) und setzt sich wie zufällig immer wieder zu unterschiedlichen Leitmotiven zusammen, wobei die gebellten Töne von Hütte zu Hütte überspringen.

In WAHNHALL beschreiben acht Orgelpfeifen eine Wurfparabel – Momente eines tief klingenden Speers, der in der Luft stehen geblieben ist. Eine Referenz auf die abwesende Orgel in Wahnfried, den ewigen Atem und die ewige Melodie, das Verhauchen und mit den Tönen der Gralsglocken und des Tristanakkords auf das Spektrum zwischen sinnlich und sakral.

SCHAUMFRIED spielt auf das Rauschhafte von Wagners Musik an und deutet den Rhein zum goldenen Strom aus Bier um. In einem Wahnfriedmodell füllt und leert sich immer wieder eine Gärungswolke – Gezeiten der Berauschung.

 

Über Georg Nussbaumer

Georg Nussbaumer (*1964 in Linz) lebt in Wien und gilt als virtuoser Gesamtkunstwerker, dessen Arbeiten sich zwischen Komposition, Installationskunst, Performance und Theater bewegen. Großformatigen szenischen Arbeiten, die vielschichtige Bildklangräume konstituieren und thematische sowie motivische Stilmittel zu einem großen Ganzen zusammenbinden, stehen reduzierte Klanginstallationen oder auch nichtklingende Vorgänge gegenüber, die sich jedoch immer mit Musik, ihrer Geschichte, Wirkung und mit ihrer Hervorbringung auseinander setzen. Seine Arbeiten werden international auf Festivals, in Theatern und Ausstellungen gezeigt. Mit dem Werk Richard Wagners hat er sich in zahlreichen Projekten auseinandergesetzt,
u.a. in der Badeoper „Tristan: Schwimmen und Schweigen!“ und der 16-stündigen Konzertinstallation „Ringlandschaft mit Bierstrom“.

Betiligte:

Audio-Programmierung: Robert Schwarz
Installationsbau: Franz Quirchtmayr, Andreas Wolf

Georg Nussbaumer
HUNDHAUS | WAHNHALL | SCHAUMFRIED
[eine dreistufige Sedimentfalle]

Installation
Wahnfried-Allee
23. Juli – 4. Oktober

Künstlergespräch

Hintergründe zum Kunstwerk und zur Ensteheung der Installation, die von Georg Nussbaumer eigens für die Jubiläumsausstellung im Richard Wagner Museum konzipert wurde, erfahren Sie in einem Gespräch mit dem Künstler.

Datum: Donnerstag, 06.08.2026
Beginn: 16 Uhr
Dauer: ca. 30 Minuten
Treffpunkt: Museumskasse im Neubau des
Richard Wagner Museums
Zum Museumseintritt
Keine Anmeldung nötig