Swanhood
Videoinstallation mit mechanischen Puppen 2026
Museumsneubau, Kino
23. Juli – 4. Oktober
Im Museumseintritt enthalten
Über die Ausstellung
In Felix Burgers Installation befinden sich die Besucherinnen und Besucher in einem mechanischen Theaterstück.
Die Geschichte kreist um einen Jungen, der an der verschlossenen Tür des väterlichen Arbeitszimmers lauscht; Versatzstücke von Parsifal und Lohengrin dringen nach außen, Begriffe wie Reinheit, Weltenachse und Loslösung gelangen ins kindliche Trommelfell. Irritiert und zugleich fasziniert von dieser ihm
unbekannten Welt, fasst der Junge den Entschluss, sich in einen Schwan zu verwandeln – den Schwan, von dem ständig gesprochen wird und der im Zentrum jeder Handlung zu stehen scheint. Um seiner Metamorphose einen seriösen Unterbau zu verleihen, beruft er seine Stofftiere als Jury ein, die in vier Aufgaben seine Eignung zum Schwan prüfen und seine Schwanenschaft schließlich versiegeln sollen.
Die Prüfungen werden in einem halbstündigen Film auf einer großformatigen Leinwand gezeigt. Im Ausstellungsraum sind der Projektion vier Handpuppen vorgelagert. Über Hubmagnete und Lautsprecher erhalten sie Bewegung und Stimme. Sie geben Anweisungen, kommentieren das Geschehen und fällen Urteile. Ihre Intervention verzahnt sich mit dem Film zu einem dialogischen Gefüge, in dem Autorität, Bewertung und Performanz zirkulieren.
Im Zusammenspiel von Film, Körper und Stimme untersucht die Arbeit die kindliche Aneignung kulturell hoch aufgeladener Mythologie, ohne sie zu psychologisieren oder zu ironisieren. Bedeutungen werden nicht dekonstruiert, sondern verschoben: vom Diskurs in die Praxis, vom Begriff in die Geste. Das Kind agiert dabei nicht als naives Subjekt, sondern als präziser Vollstrecker einer Sprache, deren Ernst es übernimmt, ohne ihren semantischen Unterbau zu teilen. In seiner formalen Sprache orientiert sich Burger an Gestaltungsmitteln früher Kino- und Opernwelten: gebaute Räume statt digitaler Simulation, sichtbare Mechanik statt virtueller Effekte. Die Tonspur entstand in der Villa Wahnfried am Gralsglockenklavier und basiert ausschließlich auf einer analog erzeugten Klangquelle.
Über Felix Burger
*1982 in München
2003-2010 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, sowie an der Kunsthochschule für Medien in Köln 2010-2016 Stipendien u.a an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam, am International Studio and Curatorial Program in New York und am Atelier van Lieshout in Rotterdam.
2022 Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in München Seine Filme und installativen Arbeiten
wurden in zahlreichen internationalen Museen und Institutionen gezeigt.
Betiligte:
Nicklas Hoffmann als Schwanenjunge
Video: Lion Bischof
Sounddesign: Benedikt David & Ina Nikolow (Headstart Records)
Programmierung: Kees Reedijk
Setbau: Arthur Beur & Philipp Schmidt
Aufnahme Glockenklavier: Agnes Ecker
Stimmen: Lizza Schmitten, Harry Weggli, Korbi & Olga
Produziert in München, Wien, Amsterdam und Bayreuth

Workshop
Kulissenbau zwischen Pathos und Pappe – Bühnenbild-Workshop mit Felix Burger
Datum: Sonntag, 04.10.2026
Beginn: 14 Uhr
Dauer: ca. 3 Stunden
Treffpunkt: Museumskasse im Neubau
des Richard Wagner Museums
Preis: pro Person 7 Euro zzgl. Eintritt
Teilnahmebegrenzung: mind. 5 Personen, max. 20 Personen
Keine Vorkenntnisse nötig
Anmeldung: per E-Mail an kasse@wagnermuseum.de oder telefonisch unter 0921 757 28-16