Das Richard Wagner Museum, Franz-Liszt-Museum und Jean-Paul-Museum laden am Internationalen Museumstag, Sonntag, 17. Mai 2026, wie auch in den Vorjahren zum Besuch bei freiem Eintritt ein. Außerdem erwartet die Museumsbesucherinnen und -besucher ein vielfältiges Programm.
Vortrag: Judenhass gestern und heute – Richard Wagners „Erlösungsantisemitismus“
Referent: Dr. Sven Friedrich, Direktor des Richard Wagner Museums, Franz-Liszt-Museums und Jean-Pauls-Museums
Vor dem Hintergrund eines wiedererstarkenden Antisemitismus beleuchtet Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich aus Anlass des Internationalen Museumstags am 17. Mai mit einem Vortrag im Haus Wahnfried Richard Wagners Judenhass.
150 Jahre Bayreuther Festspiele und 50 Jahre Richard-Wagner-Museum sind zweifelsohne ein Grund zum Feiern. Dabei dürfen jedoch die Schattenseiten nicht vergessen werden, zu denen maßgeblich auch Wagners notorischer Antisemitismus gehört.
Insbesondere angesichts zunehmender historischer Erblindung und Gleichgültigkeit als Nährboden des gegenwärtig wieder vermehrt wahrnehmbaren Judenhasses erscheint es notwendig, die historischen Wurzeln und Eigenarten jenes irrationalen Wahns gerade an einem seiner prominenten Repräsentationsorte in den Blick zu nehmen.
Ausgehend von einer aktuellen Situationsbeschreibung und den historischen Hintergründen wird Wagners spezifischer „Erlösungsantisemitismus“ als Ausdruck eines zunehmenden antisemitischen Grundrauschens im 19. Jahrhundert erläutert. Dabei werden Wagners Kampfschrift über „Das Judenthum in der Musik“ ebenso behandelt wie die Frage nach antisemitischen Spuren in seinem Werk und die wirkungsgeschichtlich hoch prekäre Amalgamierung der antijüdischen Ressentiments mit seiner Kulturtheorie und Ästhetik des „Gesamtkunstwerks“.
- Termin: 17 Uhr
- Ort: Saal, Haus Wahnfried
- Keine Voranmeldung nötig
- Der Eintritt ist frei
